«Vote Now. Ride Later. – Newsreel #4»

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Klimapolitik von nebenan – Ein transalpiner Vergleich

Für die Schweiz ist klar, das revidierte CO2-Gesetz ist ein Wegweiser in Richtung nachhaltigem Klimaschutz. Für POW wiederrum ist klar, das revidierte CO2-Gesetz hilft, die Folgen des Klimawandels im Alpenraum einzuschränken. Doch die Alpen erstrecken sich weit über die Schweiz hinaus. Was unternehmen also unsere alpinen Nachbarn in ihrer Klimapolitik?

Österreich

Im Climate Change Performance Index 2021 schneidet Österreich mit Platz 35 als schlechtestes Land im transalpinen Raum ab (die Schweiz ist mit Platz 14 das bestklassierte transalpine Land). Eine Steigerung ist zurzeit noch nicht in Aussicht, denn Österreich hat kein geltendes Klimaschutzgesetz, dieses lief 2020 ab. Ähnlich wie die Schweiz, wenn wir das revidierte CO2-Gesetz ablehnen sollten, kann Österreich momentan keine langfristige Klimaschutzstrategie vorweisen. Die relativ schwache Performance der österreichischen Klimapolitik mag daran liegen, dass der Klimawandel in der österreichischen Gesellschaft weniger Resonanz findet. Laut Studien sorgen sich Österreicher vergleichsweise wenig um den Klimawandel. Unter ihnen befinden sich auch die meisten Klimaskeptiker im alpinen Raum. 

Deutschland 

Obwohl Deutschland in der Klimaperformance zurzeit einige Ränge hinter der Schweiz liegt, hat das Land seit 2016 eine ehrgeizige Klimapolitik. Diese umfasst unter anderem ein System zur CO2-Bepreisung, Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr und Massnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien. Kleiner Fun Fact: Auch die Subventionen für Elektroautos sind in Deutschland besonders hoch (bis zu 9000€). Diese politische Entscheidung sorgte vor einigen Monaten für Schlagzeilen, da die elektrisch angetriebene Renault Zoe dank Subventionen kostenlos erworben werden konnte.  

Frankreich 

Auch Frankreich hat bereits eine langfristige Klimastrategie vorzuzeigen. Diese setzt einen starken Fokus auf die Herstellung von Wasserstoff, enthält Ziele wie «100% recyceltes Plastik» und verlangt die Förderung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft – Elemente, die in der Schweizer Klimapolitik momentan nicht vorkommen. Allerdings funktioniert die Umsetzung der französischen Klimapolitik nicht immer reibungslos, weshalb gesellschaftliche Akteure, wie zum Beispiel POW France, die französische Politik zu konkreten Taten und einer kritischeren Auseinandersetzung mit Klimafragen auffordern

Photocredit: Valentin Müller

Nennenswerte alpine Projekte

Wie steht es um Klimaschutz in den Alpen? In den nationalen Klimastrategien werden die alpinen Regionen oftmals nicht erwähnt, doch in den Tälern und Bergen unserer Nachbarn werden dennoch coole Projekte für den Klimaschutz aufgegleist.

Ein supranationales Projekt zwischen Österreich und Deutschland – die Alpine Partnerschaft für lokale Klimaaktionen (ALPACA) – bereitet kleine Gemeinden im Alpenraum auf die Herausforderungen des Klimawandels vor, unterstützt sie in ihren bestehenden Bemühungen und macht sich für ihre politischen Interessen stark. 

In Frankreich wiederum engagieren sich 250 Skigebiete für wasserstoffbetriebene Pistenfahrzeuge, die innerhalb der nächsten 3-5 Jahren zum Einsatz kommen sollen. Bis 2037 soll dank des Wasserstoffprojekts eine Emissionsnull geschrieben werden. 

Gemeinsam Berge versetzen (und schützen)

Obwohl die Schweiz im Climate Change Performance Index 2021 besser abschneidet als ihre Nachbarn, verfolgen Deutschland und Frankreich bereits eine ambitiösere Klimapolitik. Daraus schliesst sich, obwohl die Schweiz mit der Umsetzung ihrer Klimapolitik momentan relativ gut abschneidet, haben diese Länder den Vorteil sich an langfristigen Zielen zu orientieren. Um mitzuhalten und gemeinsam einen Unterschied im Alpenraum zu bewirken, sind auch in der Schweiz neue und ehrgeizigere Klimaziele wichtig – ein weiterer Grund das revidierte CO2-Gesetz zu unterstützen.

Photocredit: Veit Fritz