Wie dich der Klimawandel betrifft

In den letzten 800'000 Jahren blieben die Kohlendioxid-Werte (CO2) auf der Erde stabil. Und somit auch die Temperaturen. Doch durch steigenden Verbrauch von fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdöl, Benzin oder Gas wird seit ein paar Jahrzehnten vermehrt CO2 freigesetzt. Das wiederum erhöhte die Konzentration von CO2 in unserer Atmosphäre. Denn obwohl CO2 natürlich in der Atmosphäre vorkommt und es ohne CO2 zu kalt für ein normales Leben auf der Erde wäre, bewirkt ein Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre auch einen Temperaturanstieg.

Trotz allen Versprechungen, Absichtserklärungen und Klimakonferenzen steigt die CO2-Konzentration in der Atmosphäre unablässig an: 2017 wurde der bisherige Rekordwert von 412,6 parts per million (ppm) gemessen. Eine solche Zahl galt noch vor wenigen Jahren als unvorstellbar. Eine Konzentration zwischen 430 und 480 ppm betrachten die Wissenschaftler und Klimaexperten als Obergrenze, wenn die Erderwärmung bei zwei Grad gestoppt werden soll. Im globalen Mittel stieg die Temperatur  in den letzten 150 Jahren um 0,9 Grad Celsius an.

Video: 2016 war das heisseste je gemessene Jahr, was den Jahrzehnte-langen Trend der Erderwärmung fortsetzte. Die NASA hat für obige Visualisierung Messpunkte von 6300 Orten analysiert.

Wo liegt das Problem?

Mit höheren Temperaturen ändern sich Niederschlag, Verdunstung, Wind- und Ozeanströmungen. Dazu schmelzen die Eisschilder in Grönland und der Antarktis sowie die Alpengletscher. Auch die Häufigkeit und Heftigkeit von extremen Wetterereignissen nimmt zu. Viele Menschen sind davon betroffen. Dürren etwa vernichten Ernten, Wasser wird vielerorts knapp. Durch den Anstieg des Meeresspiegels sind Küstensiedlungen bedroht. Seit dem Jahr 1900 stieg der Meeresspiegel im globalen Mittel um 19 Zentimeter an.

Abbildung: Auswirkungen des Klimawandels, ausgewählte Ereignisse (Quelle: NASA)

Und die Schweiz?

Die Gletscherschmelze und der Schneerückgang sorgen im Alpenland Schweiz für schwerwiegende Veränderungen im Wasserhaushalt und Landschaftsbild – mit negativen Konsequenzen für Wintertourismus und Landwirtschaft. Menschen, Tiere und Pflanzen leiden unter zunehmenden Hitze- und Trockenperioden. Nicht nur in der Schweiz sondern im gesamten Alpenraum sorgt  der Klimawandel für besonders drastische Auswirkungen.

Die mittlere Jahrestemperatur unterliegt natürlichen Schwankungen. Doch seit den 1980er Jahren sind die Temperaturabweichungen nach oben besonders gross. In den letzten 30 Jahren hat sich die Erwärmung beschleunigt und Zuwachswerte von 0.5 °C pro Jahrzehnt erreicht. In der Schweiz ist die Jahresdurchschnittstemperatur seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts um 1,8 °C angestiegen. Die Erwärmung im Alpenraum war damit rund doppelt so stark wie im globalen Mittel. Auch hat die Zahl der Sommertage (mehr als 25 °C) in den letzten 50 Jahren stark zugenommen. Dagegen hat die Zahl der Frosttage (unter 0 °C) in der gleichen Period deutlich abgenommen hat. Bis Ende des Jahrhunderts könnte sich die Anzahl Tropennächte im Mittelland verzehnfachen. Im Gegenzug droht, dass die Frosttage um mehr als die Hälfte abnehmen.

Die Karte zeigt die mittlere Temperatur in der Schweiz seit Messbeginn im Jahr 1864: je röter die Karte, desto heisser war das Jahr im Vergleich zur Periode 1961-1990. Die Hitzejahre 2003 und 2015 stechen besonders hervor - der Sommer 2003 blieb uns als «Jahrhundertsommer» in Erinnerung. Heutige Klimasimulationen ergeben, dass extreme Temperaturen wie im Sommer 2003 in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts zum Normalfall werden.

Abbildung: Standardabweichung der mittleren Jahrestemperatur im Vergleich zu 1961-1990, Skala von -2.5 °C bis +2.5 °C

Was bedeutet das für den winter?

Der Skitourismus ist besonders vom Klima abhängig. In keinem anderen Tourismusbereich sind die Verknüpfungen mit dem Klima so eng wie hier. Schnee kann zwar technisch hergestellt, jedoch nicht ersetzt werden. Er ist die Grundlage für den Wintertourismus. Hinzu kommt, dass die regionalpolitische Bedeutung des Skitourismus in den Berggebieten nicht zu unterschätzen ist. Dies, auch wenn der Fokus vermehrt auf den Sommer gelegt wird.

Was die Schneebedeckung anbelangt, so hat sie auf der Nordhalbkugel seit 1967 um 53 Prozent abgenommen. Gleichzeitig hat sich auch die Frühlingssituation verändert. Der Winter startet später, die Frühlingsschmelze beginnt früher. Immer häufiger startet die Schneesaison spät – oft erst nach der lukrativen Weihnachtszeit. Gemäss einer Studie von 2017 beginnt die Schneesaison in der Schweiz im Vergleich zu 1970 12 Tage später und endet rund 25 Tage früher.  Sie ist also 37 Tage kürzer.

Ebenfalls ist die mittlere Schneegrenze in den letzten Jahrzehnten um etwa 300 Meter angestiegen. Bis Ende des Jahrhunderts wird ein weiterer Anstieg der Schneegrenze um ca. 500-700 Meter prognostiziert – sogar dann, wenn wir die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius halten. Besonders hart treffen wird dies Skigebiete, die auf Höhen zwischen 1000 und 2000 Metern liegen.

Eine kürzlich erschienene Studie des IPCC geht davon aus, dass es im schlimmsten Fall im Schweizer Mittelland gegen Ende des Jahrhunderts keine Schneetage mit mindestens 5 cm Schnee mehr gibt. Gelingt es nicht die Situation zu stabilisieren, kann es sein, dass Schneetage mit mindestens 30 cm Schnee nur noch ab 1800 Metern vorkommen werden.

Die Karte zeigt Skigebiete im Alpenraum. Die roten Punkte sind Skigebiete, die komplett unter 1200 Metern liegen und im Jahr 2100 ohne Naturschnee auskommen müssten. Grüne Punkte markieren die Skiresorts, die sich vollständig über 1200 Metern befinden. Gelb kennzeichnet sind jene Gebiete, die sowohl unterhalb als auch oberhalb von 1200 Metern liegen. (Quelle: Spiegel)

was können wir tun?

Die Temperatur wird weiterhin steigen und damit auch direkte Konsequenzen für unser Klima haben. Es liegt also an uns, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Nur dies hilft, den Klimawandel einzudämmen. Der Tourismus ist für bedeutende CO2-Emissionen verantwortlich. Die mit Abstand wichtigste Emissionsquelle ist der Verkehr, insbesondere die An- und Abreise der Gäste. Genau dort müssen wir ansetzen.

Wir haben dir auf dieser Seite einige Hinweise zusammengestellt, wie du mit kleinen Schritten deine negativen Klimaauswirkungen im Schneesport reduzieren kannst. Und es gibt zahlreiche Initiativen und Ideen, wie wir negative Umweltauswirkungen reduzieren können. Die unten aufgeführten Links liefern Hinweise und Denkanstösse.

 

Quellen & Links

Protect Our Winters  - Climate Science and Solutions - Link  

Brennpunkt Klima Schweiz der Akademie der Naturwissenschaften - Link

Meteoschweiz - Klimawandel in der Schweiz - Link

NASA - Global Climate Change - Link

Bundesamt für Umwelt BAFU - Klima - Link

IPCC Intergovernmental Panel on Climate Change - Link

Klimastrategie Kanton Graubünden - Link

Stiftung myclimate - Link 

«Tomorrow» the film - Link