Unsere Meinung zu motorisiertem Off-Road Verkehr

Manche Bergsportler und Bergsportlerinnen haben während Touren in Hütten und Bergrestaurants den Hunger gestillt und Nächte verbracht. Die Versorgung vieler Hütten stellt wegen ihrer Abgeschiedenheit ein Transportproblem dar und wird deshalb, in einigen Fällen mit motorisierten Verkehrsmitteln erreicht, sei dies in der Luft oder auf dem Boden. Doch abseits von Hütten und Verwendung in Gastronomie, Tourismus (z.B. in Skigebieten) und Forstwirtschaft hat der Anteil an privatem Offroadverkehr mit einer steigenden Zahl and Fahrzeugen zugenommen. Ausgehend von einer Studie durch mountain wilderness aus dem Jahr 2011[1], wollen wir dieses Thema wieder aufgreifen und auf die Problemlage aufmerksam machen.

Unklare Rechtslage

Quads und All-Terrain-Vehicles (ATV) sind in der Schweiz nach wie vor beliebt und es ist anzunehmen, dass ein Grossteil dieser Fahrzeuge im Privatgebrauch und für Zwecke ausserhalb des Forstbetriebs und Versorgung gebraucht werden. Eine klare Ordnung über den Gebrauchsort ist weder auf nationaler noch in allen kantonalen Gesetzen verankert. Laut Strassenverkehrsordnung gilt: nur Strassen und Wege, welche sich für den Verkehr mit Motorfahrzeugen oder Fahrrädern nicht eignen oder offensichtlich nicht dafür bestimmt sind, wie Fuss- und Wanderwege, dürfen nicht befahren werden. Weiter sind laut Waldgesetz nur Fahrten zu forstwirtschaftlichen Zwecken zugelassen, aber Sonderbewilligungen und Signalisierung sind den Kantonen überlassen. Eine ausdrückliche Regelung für die Benützung solcher Gefährte im freien Gelände wurden bislang nur von wenigen Kantonen konkret umgesetzt.

Die Rechtslage ist eine Grauzone und illegale Fahrten auf privatem Gelände, wie offenen Äckern und Wiesen oder Forstwegen werden selten aufgedeckt und angezeigt. In der Studie wurde darauf gedeutet, dass Offroad-Fahrten zumeist in Bergregionen stattfinden, also in sensiblen Naturräumen, die von Lärm, Emissionen und Spuren beeinträchtigt werden.

Neue Zulassungsbestimmungen für Off-Road Fahrzeuge

Gerade im Hinblick auf Schadstoffemissionen wurden Ende 2017 strengere Grenzwerte zur Zulassung für sogenannte «Non-Road Mobile Machinery» oder NRMM eingeführt. Dieser Schritt erfolgte in der Schweiz jedoch auf Einwirkung einer Anpassung von EU-Vorschriften. Aus politischer Sicht stiessen Motionen zur Einschränkung oder gar einem Verbot von Fahrten im freien Gelände auf keine grosse Wirkung. Mit der Motion «Stopp den Quads» von Franziska Teuscher (2006)[2]wurde das Thema kurz vom Bundesrat bearbeitet, endete jedoch mit einem Verweis auf das schon bestehende Fahrverbot im Wald und unzulässigen Wegen, sowie die Aufgabe der Kantone eine solche Angelegenheit zu regeln.

Es gibt noch viel zu tun…

Man sieht also, dass das Thema kein unberührtes Blatt ist, aber noch einem weiteren und konkreteren Diskurs bedarf. Als Stimme der Outdoor Gemeinschaft der Schweiz positioniert sich auch Protect Our Winters für eine Debatte und gesellschaftliches Umdenken dieses Problems. Wenn du mehr zu diesem Thema erfahren willst und dir auch überlegst, konkrete Lösungen umzusetzen findest du auf www.stop-offroad.ch weitere Informationen. Fällt dir also bei deinem nächsten Abenteuer ein Offroadfahrzeug in der Natur auf, kannst du dies entsprechenden Stellen melden.

[1]www.stop-offroad.ch

[2]www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20063368; www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20083633