POW Rider Nicholas Wolken - Botschafter der Nachhaltigkeit

Dieser Blogpost ist zuerst auf dem Blog des Freeride Film Festivals erschienen. Danke für den Beitrag!

POW Botschafter Nicholas Wolken hat 2013 die Snowboardmarke Koruashapes mitbegründet und ist als Ambassador und Produktentwickler tätig. Ausserdem arbeitet Nicholas teilzeit als Psychotherapeut in Davos. Er engagiert sich für POW, weil er als Snowboarder seit 25 Jahren mit eigenen Augen sieht, wie die Gletscher schmelzen und der Schnee immer weniger wird. Eine gesunde Beziehung zur Natur und eine unbedingt wertschätzende Haltung ihr gegenüber ist Nicholas’ Credo.

 

Nicholas Bornstein, Leiter von Protect Our Winters Schweiz (POW) hat sich mit der Schweizer Snowboardikone über Wintersport und den Umgang mit der Natur unterhalten.

POW gibt es seit 10 Jahren in den USA und seit einigen Jahren in Europa. Was macht POW?

Protect Our Winters möchte die Bergsport Gemeinschaft über den Klimawandel informieren und ihnen Instrumente zur Verfügung stellen, wie sie ihren Impact auf die Umwelt verringern können. Ziel unser Bewegung ist eine breite Bewegung im Kampf gegen den Klimawandel aufzubauen. Gegründet wurde Protect Our Winters 2007 vom amerikanischen Snowboarder Jeremy Jones, der aus erster Hand die Auswirkungen des Klimawandels auf seinen Sport erlebte. Inzwischen ist POW eine globale Bewegung mit Ablegern in Norwegen, Finnland, Schweden, Frankreich, Österreich, Schweiz, Deutschland und Grossbritannien. Über 80 professionelle Athleten und mehr als 160 000 Menschen unterstützen unsere Arbeit.

 

POW ist soeben in der Schweiz gestartet. Was sind eure Ziele in der Schweiz? 

In der Schweiz sind wir in drei Bereichen aktiv: Wir informieren und sensibilisieren Bergsportler über den Klimawandel und seine Folgen und geben ihnen praktische Tipps mit auf den Weg, wie sie den Bergsport verantwortungsbewusst ausüben können. Zudem arbeiten wir mit Unternehmen zusammen, damit sie ihren Impact auf die Umwelt minimieren. Dies sind meist Unternehmen aus dem Outdoor- und Tourismussektor. Wir sind auch politisch aktiv und fordern Klimaschutzmassnahmen auf nationaler, kantonaler und kommunaler Ebene.

Weshalb braucht es das? Wir haben in der Schweiz ein relativ hohes Bewusstsein, was Nachhaltigkeit anbelangt. 

Vermeintlich schon, doch gleichzeitig sehen wir, dass auch in der Schweiz Tendenzen vorhanden sind, den Klimaschutz aufzuweichen. Gerade erst letzten Monat hat das Parlament versucht, das CO2-Gesetz, das bei uns in der Schweiz das Paris-Klimaabkommen umsetzt, zu schwächen. Es wäre ihnen um ein Haar gelungen! Auch wenn wir weit weg von amerikanischen Zuständen sind gibt es auch in der Schweiz stetigen Handlungsbedarf, um Politik und Wirtschaft von der Nützlichkeit von griffigen Klimaschutzmassnahmen zu überzeugen. Denn wir profitieren alle vom Klimaschutz; sei es durch sauberere Luft, weniger rasch schmelzende Gletscher, bessere touristische Bedingungen oder weniger extreme Wetterereignisse. Und ich bin überzeugt, dass auch wir Bergsportler noch einiges mehr tun könnten für unseren Planeten – schliesslich sind wir alle von der Natur abhängig, um unsere Passion in den Bergen leben zu können!

Du engagierst dich als Botschafter für POW. Was sind deine Beweggründe für dein Engagement? 

Ich konnte über die Jahre als Snowboarder mitverfolgen und mit eigenen Augen beobachten, wie die Gletscher rapide dahin schmelzen und sich der Niederschlag im Winter zunehmend in Form von Regen anstatt Schnee zeigt. Die seriöse Wissenschaft belegt eindeutig, dass dies damit zusammenhängt, dass wir Menschen den grossen lebenden Organismus Natur - zu dem wir auch gehören - zunehmend ausbeuten. Wir sind uns schlichtweg nicht im Klaren über unsere Abhängigkeit von der Natur und der nötigen Symbiose mit ihr.

Was heisst das in der Praxis? Wie setzt du in deinem Leben und als professioneller Snowboarder eine umweltverträgliche Lebensweise um?

Ich versuche so wenig wie möglich zu fliegen und so viel wie möglich ÖV zu benutzen. Auch lasse ich meine Kleider flicken, wenn sie kaputt sind trage sie, so lange ich kann. ich versuche generell meinen Konsum auf ein Minimum zu beschränken. Beispielsweise hilft mir eine wiederverwendbare Stahlwasserflasche unzählige Plastikflaschen und Geld zu sparen. Ein Bewusstsein über den Kreislauf von Konsumgütern macht es möglich, mehr Entscheidungen im Sinne der Natur zu machen ohne auf viel verzichten zu müssen - ja sogar zu sparen oder intensivere und bewusstere Erfahrungen zu machen, wie beim Splitboarden zum Beispiel. Mein Ziel ist nicht den Spass zu reduzieren, sondern mein Leben und den Bergsport bewusster zu gestalten. So dass auch die nächsten Generationen in den Genuss von weissen Wintern kommen.

Fotos: Aaron Schwartz | aaronschwartz.ca